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Focus Kurzfilm: ICH & meine Welt

Fünf Kurzfilme ab 6 Jahren | geeignet für 1. – 3. Schulklasse

Das Programm „ICH & MEINE WELT“ richtet sich an Kinder ab 6 Jahren und ist geeignet für die 1. bis 3. Klasse.
In einprägsamen und altersgerechten Bildern illustriert es ihre Gefühlswelt: verträumt, spielerisch, aber auch aggressiv. Kurze, plakativ und einfach gezeichnete Handlungen zeigen, wie Kinder mit ihrer Welt umgehen und diese wahrnehmen. Taten, Bilder und Geräusche sind hier manchmal wichtiger als Worte. Es ist deswegen kein Zufall, dass drei der Filme ohne Dialog auskommen.

MURMELN (Julot) | Israel 2005 | 3:11 min. | Regie Maya Tiberman |
Animierter Experimentalfilm | ohne Dialoge
Ein Mädchen spielt mit Murmeln und eine rollt weiter und weiter und dabei kullert die Murmel in den Gulli – und weg ist sie. Doch irgendwie geht das Spiel weiter, als ob die Kugel unterirdisch die Welt in Bewegung bringen kann, denn die Bordsteinkante verschiebt sich, Häuser hüpfen und die Waserhydranten drehen sich und die Musik gibt den Takt dazu an. Alles bewegt sich, angestoßen von der Murmel oder der Phantasie des Mädchens. Wer weiß das schon...
THEMEN: kindliche Lebenswelt, Umgebung, Beobachtung, Erlebnis, Phantasie
FÄCHER: fächerübergreifend

DER CHINESE (Kineseren) | Norwegen 1998 | 7:00 min. | Regie: Tove Cecille Sverdrup | Spielfilm | OmU | 35mm oder DVD in dt. Synchronfassung
Ida wird von ihrem Vater dazu verdonnert, auf ihren jüngeren Bruder Jon aufzupassen, obwohl sie draußen mit ihren Freundinnen verabredet ist. Ihren Ärger über diese Ungerechtigkeit lässt sie auf subtile Weise an Jon aus: denn sie sagt ihrem Bruder, er sei eigentlich ein Chinese und werde eines Tages auch so aussehen. Er muss ihr wohl glauben, denn in der Zeitung steht, dass jedes vierte Kind Chinese ist und er ist das Vierte in der Familie. Damit hat er aber so einige Schwierigkeiten. Sie verängstigt ihn und bringt es fertig, ihm nicht nur seinen größten Schatz abzuschwatzen, sondern auch noch als seine einzige Verbündete da zu stehen. Ein witziger Film über eine gerissene Schwester und ihren leichtgläubigen Bruder.
THEMEN: Familie, Pflicht und Verantwortung, Neid, Manipulation, Strategie, Phantasie
FÄCHER: Deutsch, Sachkunde, Religion

Biografie: Die Regisseurin Tove Cecille Sverdrup ist im August 1953 geboren. Bis 1996 unterrichtete sie Film und Videotechnik. Seit dem ist sie als Filmregisseurin tätig. DER CHINESE ist ihr zweiter Film. Dieser norwegische Kurzspielfilm hält durchgängig die Perspektive der Kinder ein. Er kann Kinder dazu anregen, von eigenen Geschwisterkonflikten oder auch anderen Streitigkeiten, wie z.B. solche um Eigentum, zu erzählen. Neben der Frage nach Macht wird auch die nach der Manipulation von Wahrheit gestellt. Außerdem wird hier ein Impuls zu dem
Themenbereich der Ausgrenzung und des Fremdseins angeboten.

WOLLIGE STADT - WOLLIGER KOPF (Woolly Town – Woolly Head) | England 2005 | 6:00 min. | REGIE: Vera Neubauer | Animationsfilm | o.D. | DVD |
Annie hat große Probleme in der Schule. Annie kann nicht anders als im Unterricht zu träumen – das bedeutet Ärger. Sie wird ganz klein, sobald sie auf eine Frage keine Antwort weiß und von ihren Mitschülern ausgelacht. Nur ihre Oma kann sie verstehen. Ein kleines Schmuckstück der Animation, meisterhaft gestrickt.
THEMEN: Angst und Unsicherheit, Leistung, Gefühle, Verständnis, Miteinander, Hilfe
FÄCHER: Deutsch, Kunst, Sachkunde, Religion

Biographie: Vera Neubauer die Grande Dame des britischen Animationsfilms zeichnet sich in ihrem kompromisslosen und weltweit erfolgreichem Oeuvre durch innovative Animationstechniken und experimentelle narrative Strukturen aus. Die in Prag geborene Vera Neubauer studierte zunächst Kunst in Prag, Düsseldorf und Stuttgart sowie ab 1969 Film am Londoner Royal College of Art. Neben ihrer künstlerischen Arbeit unterrichtete Neubauer bis 1999 im In- und Ausland, seitdem konzentriert sie sich ausschließlich auf eigene Projekte. Sie nutzt eine Vielzahl von Techniken und Medien, verwendet cut-outs, Objektanimationen, Negativbilder und kratzt direkt auf das Filmmaterial. In ihren jüngsten Werken arbeitet sie auf unterschiedliche Art und Weise mit Garn. Neubauers Arbeiten wurden auf zahlreichen Festivals und Fotoausstellungen weltweit gezeigt.

SIENTJE – DER SPIELPLATZ (Sientje – Speeltuin) | Niederlande 2003 | 5:00 min. | REGIE Christa Moesker | Animationsfilm |  o.D. | DVD | Verleih KFA / MoFriese
Sientje spielt mit ihrer Barbiepuppe auf dem Spielplatz. Auf einen Mitspieler hat sie ganz bestimmt keine Lust.  Sie versteckt sich und versucht, ihn zu erschrecken, Das misslingt völlig. Er stößt sie mit seinem Spieldegen um und läuft zur Rutsche. Sie rennt hinterher, kann ihn aber nicht finden. Plötzlich bekommt sie einen Degenstich von der Seite, dann in den Po. Sie ist echt sauer. Sie kriegt den Jungen einfach nicht zu fassen, und als er ihr dann noch einmal in den Po sticht, ist es vorbei. Sie stellt ihn zum Kampf. Barbiepuppe gegen Degen, sie gewinnt. Auf der Flucht fällt sie vom Klettergerüst auf den Jungen, der die Gelegenheit nutzt, ihr einen Kuss aufzudrücken. Angewidert rennt sie davon, dann aber findet sie es so schlimm auch wieder nicht und lächelt.
THEMEN: Kindsein, Geschlechterrollen, Spielfreunde, Aggression, Miteinander, Phantasie
FÄCHER: Deutsch, Kunst, Sachkunde, Religion, Kunst

Biographie: Christa Moesker wurde 1967 geboren. Sie studierte Illustration und arbeitete anschließend für das niederländische Institut für Animationsfilm NIAF.Hier entstand 1997 SIENTJE, der Auftaktfilm zu einer Serie kurzer Animationsfilme über die Abenteuer eines kleinen Mädchens.
Gestaltung: Der Animationsfilm ist sehr sparsam gezeichnet. Ein Hintergrund ist meist nicht eingefügt, um vom eigentlichen Geschehen nicht abzulenken. Die Filme sind schwarz-weiß, bis auf Sientjes Kleid, das mit einem kräftigen Rot die Hauptperson auch farblich in den Mittelpunkt setzt. Die Mimik der Hauptperson ist überdeutlich, um die Gefühle möglichst klar herauszustellen. Sientje zeigt typische kindliche Verhaltensweisen wie Wut, Neid, Ungeduld…

SALLY | Niederlande 2005 | 2:14 min. | REGIE: Luna Maurer und Roel Wouters Experimentalfilm | o.D.
Völlig losgelöst: Murmeln werden auf besondere Art der Schwerkraft ausgesetzt.
Murmeln bewegen sich in einem Raum. Doch dieser Raum ist der Schwerkraft in einer Weise
ausgesetzt, die unsere Vorstellungen und Erwartungen irritieren.
Über den Film: Eine einfache Tricktechnik entführt den Zuschauer in einen Raum in dem Murmeln, völlig schwerelos und wie von einem Magneten gezogen, sich hin und her bewegen. Es gibt nur eine einzige große Glaskugel, alle anderen sind gleichgroß. Die Murmeln flitzen mal schnell, mal kullern sie langsam, über die Seite oder quer durch den Raum, von Ecke zu Ecke. Dabei ist nicht wirklich ersichtlich, wer die Richtung oder die Geschwindigkeit vorgibt oder wohin es gehen soll. Die Bewegung der Murmeln geben den Takt und die Lautstärke des Geräusches vor.
THEMEN: Schwerkraft, Filmtrick, Phantasie, Philosophie
FÄCHER: Physik, Deutsch, Kunst, Religion, Sozialkunde

 

 


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