You are here: Home Filmkritiken Der Vorleser
Document Actions

Der Vorleser

Fachschule für Sozialwirtschaft – Darmstadt

„Der Vorleser“
Bernhard Schlink (*1944). Richter des Verfassungsgerichtshofs für das Land Nordrhein-Westfalen und Professor an der Berliner Humboldt-Universität. Direktor des Instituts für Öffentliches Recht/Völkerrecht und für das Recht der Informations- und Kommunikationstechnik. 1995 schrieb er den Weltbestseller „Der Vorleser“ welcher im Jahr 2008 von Stephen Daldry verfilmt wurde. Die Hauptfiguren Hanna Schmitz und Michael Berg werden von den Schauspielern Kate Winslet, David Kross und Ralph Fiennes dargestellt.
Inhaltlich geht es um die Beziehung des 15 Jahre alten Michael zu der 36 Jahre alten Hanna Schmitz, den Holocaust im Dritten Reich, Schuld, Vergebung und die damit verbundenen moralischen Werte.
Neustadt in den 50er Jahren:
Auf dem Heimweg von der Schule geht es Michael (David Kross) nicht gut, er übergibt sich in einem Hauseingang. Eine unbekannte Frau (Kate Winslet) wird aufmerksam auf ihn, kümmert sich um den Jungen und bringt ihn nach Hause. Er hat Scharlach. Nach seiner langen Genesung bedankt sich Michael mit  Blumen bei Hanna. Die beiden verlieben sich ineinander und beginnen eine Affäre. Hanna befriedigt Michaels unersättliches Bedürfnis nach Liebe und Sex, dieser liest ihr im Gegenzug Geschichten vor. Hanna ist Analphabetin, Michael weiß nichts davon. Plötzlich verschwindet Hanna aber. Jahre später sehen sich die beiden bei einem Kriegsverbrecher Prozess wieder.
Der Film enthält in meinen Augen zwei Elemente. Zum einen die Liebesbeziehung des Jungen mit der extrem älteren Frau und zum anderen die Schuld. Hanna Schmitz hat als KZ-Aufseherin in Auschwitz die Tür einer brennenden Kirche nicht geöffnet und somit hunderte von Häftlingen sterben lassen. Michael verhindert mit einer Aussage vor Gericht den Freispruch Hannas. Die Liebesszenen werden für meinen Geschmack einen Tick zu ausführlich und zu lange gezeigt, da es sich nicht wirklich um Liebe oder Romantik dreht. Hanna geht es um das Vorlesen der Bücher, Michael, der als verträumter Jugendlicher dargestellt wird, ist dabei, seine Sexualität zu entdecken.
Insgesamt kann ich sagen, das die Verfilmung des Buches „Der Vorleser“ ein gelungenes Schuld – Drama ist, welches einigen Stoff zur Diskussion bietet und gleichzeitig zur Vergangenheitsbewältigung beiträgt.

Autorin: Katrin Hennings


Personal tools