PRAXIS FILMVERMITTLUNG

Dies ist eine Archivseite der 11. SchulKinoWochen Hessen 2017!
 

Filmpädagogische Workshops im Unterricht

Um Bildung und Vermittlung durch und mit Film am Lernort Schule umzusetzen, können Lehrkräfte zwischen filmtheoretischen Themen und produktionsorientierten Workshops wählen. Die filmpädagogischen Konzepte sollen Schüler/innen aktiv in Prozesse der Aneignung filmischen Wissens einbeziehen und Gestaltungsmöglichkeiten filmischen Sehens und Erzählens aufzeigen. Das Angebot richtet sich an interessierte Pädagog/innen gesellschaftswissenschaftlicher, künstlerischer und sprachlicher Fächer. Die Bausteine finden im Unterricht statt und sind für mindestens zehn Schüler/innen oder maximal einen Klassenverband ausgelegt.

Bitte richten Sie ihre inhaltlichen und organisatorischen Fragen im Vorfeld an die Referenten. Individuelle Wünsche können dabei berücksichtigt werden.

Alter der Schüler/innen: ab der 3. Klasse
Dauer: max. 6 Unterrichtsstunden

Das Projekt startet im Schuljahr 2016/2017 und wird ab Dezember 2016 bis Juni 2017 hessenweit in den Schulen angeboten.

Die Anmeldung für einen oder mehrere Projekttage an Ihrer Schule erfolgt per E-Mail über die Kontaktadressen der Referenten Dr. Carsten Siehl und Dipl. Soz.-Päd. Urs Tilman Daun. Bitte nutzen Sie dazu das Anmeldeformular, das Ihnen nach einer ersten Rücksprache zugesendet wird.

 Baustein 1 FILMANALYSE IM UNTERRICHT

Das Angebot umfasst eine große Bandbreite filmtheoretischer Inhalte sowie unterschiedlicher Vermittlungsmethoden. Ziel ist es, den Schüler/innen Geschichte und Ästhetik verschiedener Filmkulturen zugänglich zu machen und eine reflexive Urteilsfähigkeit im Umgang mit bewegten Bildern zu fördern. Dabei werden auch die filmischen Vorkenntnisse der Schüler/innen berücksichtigt.

Beratung und Anmeldung: Dr. Carsten Siehl | c.siehl@gmx.de | Tel. 0177 4337751 

Diesjährige Workshops:

1.1 | FOKUS: TON IM FILM

Komplexität und Wirkungspotential der Gestaltungsebene Ton werden häufig unterschätzt. Doch das Zusammenspiel von Bildern, gesprochener Sprache, Atmos, Geräuschen, Musik und Stille eröffnet den Filmschaffenden kreative Möglichkeiten. Anhand von Filmbeispielen wird die Entwicklung des Tonfilms von seinen Anfängen bis heute nachgezeichnet. Dabei wird auch analysiert, inwiefern Töne zum Verständnis einer Szene, zur Lenkung der Aufmerksamkeit und zur Emotionalisierung des Publikums dienen können.

1.2 | FILMANALYSE: DER GENAUE BLICK

Anhand von Filmbildern und -ausschnitten aus verschiedenen Epochen, Genres und Regionen werden Prinzipien des filmischen Erzählens erklärt. Dabei wird das Zusammenspiel von Inhalt und formalen, filmästhetischen Mitteln genau untersucht. Auch dramaturgische Notwendigkeiten und filmgeschichtliche Zusammenhänge werden zur Diskussion gestellt. Zudem können aktuelle, beispielswiese abiturrelevante, Unterrichtsthemen aufgegriffen werden.

1.3 | (UN)SICHTBARE GEWALT IM FILM

Im Fokus des Workshops steht die filmische Darstellung von Gewalt beziehungsweise das Verhältnis zwischen Film und Zuschauer/innen. Insbesondere Techniken zur Emotionalisierung des Publikums vom Stummfilm bis zum aktuellen Kino werden betrachtet. Zur Diskussion stehen Beispiele konkreter Gewaltdarstellung sowie Filmausschnitte, die mittels Leerstellen gezielt unsere Phantasie stimulieren (sollen).

1.4 | DOKUMENTARFILMEFÜR KINDER UND JUGENDLICHE

Wie funktioniert eigentlich das mediale Spiel mit der Wirklichkeit? Der Workshop ‚Dokumentarfilme für Kinder und Jugendliche‘ ermöglicht die eingehende Analyse dokumentarischer Kurzfilme, die sich den Realitäten junger Menschen widmen. Gezeigt werden aktuelle Filme aus den Kinder- und Jugendprogrammen internationaler Dokumentarfilmfestivals. Demgegenüber wird die (Selbst)Inszenierung von Jugendlichen im Rahmen populärer Reality-Formate im Fernsehen und Internet zur Diskussion gestellt.

 Baustein 2 PRAKTISCHE FILMÜBUNGEN IM UNTERRICHT

Durch praktische Filmübungen und filmtheoretische Hinweise werden in den Workshops Herangehensweisen filmischer Erzählformen erarbeitet. Mit ausgewählten Filmausschnitten, der Entwicklung eines eigenen Drehplans, einer Technikeinführung und der anschließenden Montage des aufgenommenen Materials wird das filmische Gespür der Heranwachsenden geschult. In einem gemeinsamen kreativen Arbeitsprozess sollen auch die gestalterischen Fähigkeiten und soziale Kompetenzen gefördert werden.

Beratung und Anmeldung: Dipl. Soz.-Päd. Urs Tilman Daun | daun@deutsches-filminstitut.de Tel. 0176 23801664

Diesjährige Workshops:

2.1 | TON, GERÄUSCH & MUSIK IM FILM

Zu Beginn des Workshops analysieren die Schüler/innen im Plenum die Vertonung verschiedener Filmausschnitte. Im anschließenden Praxisteil kann mit einfachen Gegenständen und professioneller Audio-Aufnahmetechnik eine Szene selbst vertont werden. Speziell für Musikklassen wäre auch die musikalische Vertonung Teil des Workshop-Angebots.

2.2 | GRUNDKURS BILDGESTALTUNG

Der Workshop geht der Komposition von Bildern auf den Grund. Anhand von Arbeitsblättern und Filmsequenzen werden Begriffe wie Bildausschnitt, Einstellungsgrößen, Kamerabewegungen und -perspektiven erklärt. Durch Kameraübungen wird das Erlernte praktisch vertieft und die Wirkung der Bilder analysiert. Zum Abschluss des Projekttages filmen die Schüler/innen einen Dialog oder eine kurze Handlung.

2.3 | WIR MACHEN EINEN STOP-MOTION FILM

Einführung in die Entstehungsgeschichte des Films: Warum wird durch die Aneinanderreihung von Einzelbildern eine Bewegung wahrgenommen? Gegenstände im Klassenraum oder mitgebrachte Figuren der Kinder werden „zum Leben erweckt“. Es besteht auch die Möglichkeit mit Hilfe einer „Trickboxx“ einen experimentellen Legetrickfilm zu realisieren.

2.4 | KURZFILM-COACHING

Dieser Workshop verteilt sich auf zwei halbe Schultage und richtet sich an Klassen, die einen Kurzfilm als Projekt realisieren wollen. Zunächst erfolgt eine Einführung in die Grundlagen der Bildgestaltung und Kameratechnik. Im Anschluss wird die Umsetzung des geplanten Films besprochen. Am zweiten Halbtag, einige Wochen später, wird die Montage und das dazu nötige Schnittprogramm erklärt, um das bereits gedrehte Material weiter zu verarbeiten.