Sperr­müll

FSK 6 // 9.–13. Klasse
D 1989–91 // 80 Min. // R: Hel­ke Misselwitz

The­men­rei­he: 30 Jah­re Deut­sche Einheit

Im Früh­som­mer 1989 por­trä­tiert Hel­ke Mis­sel­witz eine Band jun­ger Musi­ker, die in den Neu­bau­si­los Ost-Ber­lins auf­ge­wach­sen sind. Sie nen­nen sich „Sperr­müll” und trom­meln ihren Unmut auf Gegen­stän­de, die ande­re weg­ge­wor­fen haben. Frei von nost­al­gi­schem Kitsch zeigt der Film ein Bild der DDR-Jugend, wel­ches in keins­ter Wei­se dem offi­zi­el­len Bild ent­spro­chen hät­te. Das Film­team kon­zen­triert sich in der Beob­ach­tung beson­ders auf den jun­gen Enri­co und sei­ne Mut­ter Eri­ka. Als die­se in den Wes­ten hei­ra­tet, ent­schei­det sich Enri­co allein in Ost-Ber­lin zu blei­ben. Wäh­rend die Ber­li­ner Gescheh­nis­se des Mau­er­falls qua­si live vom Film­team ein­ge­fan­gen wer­den, besteht Enri­co auch wei­ter­hin auf sei­ne kul­tu­rel­le Iden­ti­tät. Er will Bür­ger in sei­nem eige­nen Staat blei­ben und sieht der nahen­den Wie­der­ver­ei­ni­gung mit Skep­sis entgegen.

Dem Film gelingt es die Rele­vanz der gro­ßen Ver­än­de­run­gen im Zuge der Wie­der­ver­ei­ni­gung für den Ein­zel­nen greif­bar zu machen und dadurch poli­ti­sche und mensch­li­che Umbrü­che einer gan­zen Genera­ti­on einzufangen.

Genre/Typ: Doku­men­tar­film
The­men:
Iden­ti­tät, (Deut­sche) Geschich­te, Fami­lie, Wer­te, gesell­schaft­li­che Entwicklung
Fächer: Sozi­al-/Ge­mein­schafts­kun­de, Poli­tik, Geschich­te, Deutsch

Infor­ma­tio­nen und päd­ago­gi­sches Begleit­ma­te­ri­al: www.visionkino.de | www.kinofenster.de

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