Infor­ma­tio­nen zu Filmpädagogik

Film­ver­mitt­lung an Schulen

Die hes­si­schen Lehrpläne/Rahmenrichtlinien sehen eine all­ge­mei­ne Medi­en­er­zie­hung vor, die sich wenig kon­kret auf das Film­ver­ste­hen ein­lässt, son­dern eher den the­ma­ti­schen bzw. inhalt­li­chen Nut­zen betont. Der Film als Aus­drucks­mit­tel mit spe­zi­fi­schen ästhe­ti­schen, sym­bo­li­schen und kom­mu­ni­ka­ti­ven Mög­lich­kei­ten, ist weder kon­kret in den Lehr­plä­nen ver­an­kert noch in der Leh­rer­aus­bil­dung etabliert.

Ihren Platz fin­den Medien/Film ins­be­son­de­re im Kom­pe­tenz­be­reich „Lesen – mit Tex­ten und Medi­en umge­hen“, wobei als ent­spre­chen­de Metho­den­kom­pe­tenz hier der Begriff des „Hör-/Seh­ver­ste­hens“ anstel­le von „Film­ver­ste­hen“ fun­giert. Kon­kre­te Stan­dards wer­den in Bezug auf Medi­en, unter die man Film fas­sen kann, fol­gen­der­ma­ßen akzentuiert:

  • Infor­ma­ti­ons- und Unter­hal­tungs­funk­ti­on unterscheiden
  • Medi­en­spe­zi­fi­sche For­men ken­nen: z. B. Print- und Online-Zei­tun­gen, Info­tain­ment, Hyper­tex­te, Wer­be­kom­mu­ni­ka­ti­on, Film
  • Inten­ti­on und Wir­kung erken­nen und bewerten
  • wesent­li­che Dar­stel­lungs­mit­tel ken­nen und deren Wir­kun­gen einschätzen
  • zwi­schen eigent­li­cher Wirk­lich­keit und vir­tu­el­len Wel­ten in Medi­en unter­schei­den: z. B. Fern­seh-seri­en, Computerspiele
  • Infor­ma­ti­ons­mög­lich­kei­ten nut­zen: z. B. Infor­ma­tio­nen zu einem Thema/Problem in unter­schied-lichen Medi­en suchen, ver­glei­chen, aus­wäh­len und bewer­ten (Such­stra­te­gien)
  • Medi­en zur Prä­sen­ta­ti­on und ästhe­ti­schen Pro­duk­ti­on nutzen

Film­ver­ste­hen bezieht sich in einem sehr wei­ten Sin­ne auf unter­schied­li­che audio­vi­su­el­le Medi­en­an­ge­bo­te, z.B. Spiel­fil­me, Doku­men­tar­fil­me, expe­ri­men­tel­le Fil­me, Wer­be­fil­me, Medi­en­for­ma­te im Fernsehen.

Pro­fun­de Kennt­nis­se über fil­mi­sche Aus­drucks­mög­lich­kei­ten sind daher bei Lehr­kräf­ten und Schü­le­rIn­nen unver­zicht­bar, um die Kon­strukt­haf­tig­keit media­ler Dar­stel­lung auf­zu­zei­gen und sie für einen bewuss­ten Umgang mit fil­mi­schen Ange­bo­ten sen­si­bi­li­sie­ren zu können.

Neben dem cine­as­ti­schen Inter­es­se an einem Film gilt es, schü­ler­be­zo­ge­ne Arbeits­for­men zu fin­den. Leh­re­rin­nen und Leh­rer benö­ti­gen zwar ein film­his­to­ri­sches, film­sprach­li­ches und film­ana­ly­ti­sches Grund­wis­sen, aber die­ses Wis­sen bleibt abge­ho­ben, wenn es nicht mit kon­kre­ten Über­le­gun­gen für eine adres­sa­ten­be­zo­ge­ne Film­bil­dung ver­knüpft ist.

The­sen zum Film in der Schule

1. Dem Film mehr Gewicht geben
Film ist wohl das bedeu­tends­te künst­le­ri­sche Medi­um der Gegen­wart und muss in der Schu­le als sol­ches wahr­ge­nom­men wer­den und unter­rich­tet wer­den. Die Kom­pe­tenz­zen­tren Film in bestimm­ten Ein­rich­tun­gen (z. B. Deut­sches Film­in­sti­tut – DIF, enga­gier­te Kinos und Medi­en­zen­tren) tra­gen dazu bei.

2. Von der Refle­xi­on zur Aktion
Die Beschäf­ti­gung mit Film fin­det bis­lang – wenn über­haupt – auf einer Ebe­ne der Refle­xi­on und der Rezep­ti­on statt. Sie wird zu ergän­zen sein durch fil­mi­sche Aktio­nen, ver­gleich­bar der musi­ka­li­schen und bild­ne­ri­schen Pra­xis: Schü­ler sol­len auch ler­nen selbst Fil­me zu machen.

3. Theo­rie und Pra­xis des Films in der Lehrerausbildung
Für ange­hen­de Lehr­kräf­te müs­sen in der ers­ten und zwei­ten Pha­se der Aus­bil­dung ver­stärkt Theo­rie und Pra­xis des Films ange­bo­ten werden.

4. Lehr­plä­ne via Fort­bil­dung in die Tat umsetzen
Die Andeu­tung der Bil­dungs­auf­ga­be Film in Lehr­plä­nen reicht nicht aus, um die Leh­rer­schaft dazu zu bewe­gen, sich unter­richt­lich mit Film aus­ein­an­der zu set­zen. Leh­rer­fort­bil­dung muss sich auf fil­mi­sche Pra­xis beziehen.

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